Mehr über Beeren

Das saubere, unberührte Anbaugebiet für Wilde Beeren ist riesig, da 86 Prozent Finnlands von Wäldern bedeckt sind und durchschnittlich nur 18 Menschen pro Quadratkilometer leben. Im Sommer tragen lange, warme Tage zusammen mit der Mitternachtssonne dazu bei, dass die Beeren reifen und eine hohe Qualität erreichen.
Wilde Beeren wachsen normalerweise in Heidewäldern oder in unfruchtbaren Mooren, wo hauptsächlich Kiefern- oder Fichtenbäume wachsen. In den Wäldern reifen z.B. Blaubeeren, Himbeeren und Preiselbeeren. Moore sind eine typische Umgebung für Moltebeeren, Moosbeeren und ebenfalls Preiselbeeren.
Wilde Beeren sind eine gute Ballaststoffquelle. Neben einigen Vitaminen und Mineralstoffen sind es insbesondere die Gruppe der Polyphenole, die als bioaktive Substanzen Wilde Beeren so besonders machen. Diese verleihen den Beeren ihre intensive Farbe und den typischen Geschmack und werden derzeit intensiv erforscht.

Wilde Blaubeere

Die Wilde Blaubeere (Vaccinium myrtillus; engl. Bilberry) ist in allen Teilen Finnlands verbreitet. Sie ist eine typische Nadelwaldpflanze, deren Zweige bis zu 30 Jahre lang wachsen können. Sie gedeiht in den kräuterreichen Heidewäldern Südfinnlands. In Nordfinnland ist die Blaubeere in etwas trockeneren und kargeren Heidewäldern zu finden. Sie bevorzugt schattige Standorte ohne direkte Sonneneinstrahlung. Blaubeersträucher wachsen als mehrjährige, aufrechte, 10 bis 40 cm hohe Pflanze mit kantigen, grünen Zweigen. Die Blätter sind elliptisch, spitz zulaufend, am Rand gezähnt und fallen für den Winter ab. Blütezeit ist, je nach Region, von Mai bis Juli. Die rosa und glockenförmigen Blüten wachsen einzelnen in den Blattachseln. Die beste Zeit zum Pflücken von Blaubeeren ist von Ende Juli bis Anfang September. Im Herbst färbt sich das Laub rötlich und fällt ab. Im Winter benötigen die Blaubeersträucher eine Schneedecke, die sie vor Kälteschäden schützt. Im Vergleich zur Kulturheidelbeere (Vaccinium corymbosum) sind die Wilden Blaubeeren mit 6 bis 8 Millimeter kleiner. Ihre dunkelblaue Schale und das Innere sind dunkelblau oder violett. Dies ist auf den hohen Gehalt an bioaktiven Substanzen, den Anthocyanen zurückzuführen. Die Konzentration ist dabei 3 bis 5 Mal höher als die der Kulturheidelbeere mit ihrem weißen Fruchtfleisch. Die Früchte der Wilden Blaubeere schmecken sehr aromatisch. Sie färben wegen ihres Gehalts an Anthocyanen beim Essen die Zunge blau. Blaubeeren enthalten die Vitamine C, K und E. Sie haben zudem einen hohen Ballaststoffgehalt. Der bedeutendste Inhaltsstoff der Wilden Blaubeere sind jedoch die bioaktiven Polyphenole, überwiegend Anthocyane.

Preiselbeere

Die Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea; engl. Lingonberry) ist der häufigste Strauch unter den in Finnland vorkommenden Waldunterholzarten. Sie wächst auf trockenen Waldböden, insbesondere auf dem kargen Boden von Kiefernwäldern, in kräuterreichen Wäldern, auf Felsen und Heidelandschaften. Preiselbeeren wachsen als aufrechter oder aufsteigender Strauch bis zu einer Höhe von 5 bis 30 cm. Die Stängel der Pflanze sind verholzt und behaart. Die dicken Blätter sind überwinternd, spitz zulaufend, haben eine wachsartige Oberfläche und sind oben grün und unten hellgrün. Die Preiselbeere blüht weiß oder rötlich im Juni und Juli. Der Blütenstand ist eine dichte Endtraube. Die beste Zeit zum Pflücken von Preiselbeeren ist von Ende August bis Anfang Oktober. Die Beeren sind kugelförmig, dunkelrot und saftig. Preiselbeeren sind für ihren einzigartigen, säuerlich herben Geschmack bekannt. Preiselbeeren enthalten Vitamine E und haben zudem einen hohen Ballaststoffgehalt. Sie haben von allen Wildbeeren den niedrigsten Vitamin C-Gehalt. Die Preiselbeere enthält verschiedene Arten von Polyphenolen, die ihnen - neben der Farbe - den herben und sauren Geschmack verleihen.

Moosbeere

Die Gewöhnliche Moosbeere (Vaccinium oxycoccos; engl. Cranberry) wächst in allen Teilen Finnlands mit Ausnahme der nördlichsten Ausläufer Lapplands. Sie gedeiht auf nährstoffarmen, sonnenbeschienenen Mooren und sumpfigen Rändern von Seen und in Kiefernwäldern. Der Strauch breitet sich am Boden schlängelnd, 10 bis 80 cm lang aus. Die überwinternden Blätter sind 6 bis 15 mm lang, elliptisch oder spitz zulaufend, an der Oberseite glänzend grün, an der Unterseite weißlich. Die rosafarbenen Blüten des Strauchs wachsen paar- oder gruppenweise an den Spitzen der Zweige. Die Moosbeere blüht im Juni und Juli. Die Beere ist kugelförmig mit einem Durchmesser von 10 bis 15 mm, rot oder dunkellila und säuerlich im Geschmack. Sammeln kann man die Moosbeere von Ende September bis zum Eintritt der Schneeperiode und im folgenden Frühjahr unter der Schneedecke. Denn nach dem ersten Frost steigt ihr Zuckergehalt und sie enthalten weniger Säuren. Die Moosbeere ist wie die meisten Wildbeeren eine gute Vitamin C und Ballaststoffquelle. Der säuerliche Geschmack rührt von verschiedenen natürlichen Säuren her: Apfel-, Zitronen- und Benzoesäure. Als typische Polyphenolverbindungen enthält die Moosbeere Flavonole, Lignane und Proanthocyane.

Sanddorn

Der Sanddorn (Hippophaë rhamnoides; engl. Seabuckthorn) ist ein 0,5 bis 3 Meter hoher, dorniger Strauch. Wilder Sanddorn wächst in den Küstenregionen des Bottnischen Meerbusens und auf den Åland-Inseln, einer Inselgruppe der Ostsee zwischen Schweden und dem finnischen Festland. Ein im Wurzelwerk lebendes Bakterium bindet den Stickstoff aus der Luft sodass die Pflanze auch auf nährstoffarmen Böden gedeihen kann. Der Sanddorn benötigt zum Wachsen reichlich Sonnenlicht. Seine Blätter sind 1 bis 5 cm lang, an der Oberseite grünlich-grau und unten silbergrau bis rostbraun. Der Sanddorn blüht im Mai, bevor seine Blätter erscheinen. Die Pflanze ist zweihäusig und windbestäubt; die männlichen und weiblichen Blüten wachsen an getrennten Einzelpflanzen. Die Blüten sind klein, etwa 3 mm im Durchmesser und gelblich-grün. Die Beere ist eine ovale, gelbe oder orangegelbe, saftige Steinfrucht, 8 bis 10 mm lang. Wilde Sanddornbeeren können ab Oktober gepflückt werden, wenn sie ihre höchste Reife erreicht haben. Besonders gern werden die Beeren nach dem ersten Frost gesammelt. Der Sanddorn ist reich an Vitamin C, weshalb er auch „Zitrone des Nordens“ genannt wird und hat einen hohen Ballaststoffgehalt Die Beere ist eine Quelle für Vitamin E und Vitamin B1. Das in erster Linie aus ein- oder mehrfach ungesättigten Fettsäuren bestehende Fruchtfleisch- oder Samenöl macht 4 bis 7 % des Gewichts des Sanddorns aus.

Himbeeren

Himbeeren (Rubus idaeus; engl. Raspberry) gehören zu den Rosengewächsen, die Frucht zu den Steinfrüchten. Der zweijährige, stachelige Himbeerstrauch erreicht eine Höhe von 50 bis 150 cm. Der Strauch verliert seine Blätter im Winter. Seine grünlich-weißen Blüten blühen im Frühsommer und daraus bilden sich die meist roten, aromatischen Beeren. Die Himbeersaison dauert von Anfang August bis Anfang September. Himbeeren enthalten Vitamin C, das B-Vitamin Folsäure und Mangan. Die Himbeere ist auch eine gute Quelle für Ballaststoffe.

Schwarze Johannisbeere

Die Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum; engl. Black currant) wächst als ein bis zwei Meter hoher, sommergrüner und stachelloser Strauch. Die herzförmigen Blätter sind bis zu zehn Zentimeter breit, oben kahl und auf der Unterseite behaart. Die Blüten sind in hängenden Trauben angeordnet und grünlichgelb. In Mitteleuropa liegt die Blütezeit der Schwarzen Johannisbeere im April und Mai. Die Frucht ist eine schwarze Beere mit acht bis zwölf Millimeter Durchmesser. Die Ernte der reifen Beeren erfolgt in Mitteleuropa in der Regel von Juli bis August. Schwarze Johannisbeeren sind eine gute Ballaststoffquelle, reich an Vitamin C, enthalten Vitamin E, K sowie Mangan.

Erdbeeren

Erdbeeren (Fragaria × ananassa, engl. Strawberry) benötigen für gesundes Gedeihen einen vollsonnigen und windgeschützten Standort. Optimale Bedingungen für Erdbeeren bietet ein tiefgründiger und gut durchlässiger Boden. Erdbeeren sind mehrjährige, krautige Pflanzen mit einem Ausläufer treibendem „Wurzelstock“. Ihre langgestielten Laubblätter sind meist dreiteilig gefingert. Erdbeeren tragen im Frühjahr weiße, selten gelbliche Blüten. Aus botanischer Sicht zählt die Scheinfrucht einer Erdbeere nicht zu den Beeren, sondern zu den Sammelfrüchten. Die Haupternte der Erdbeeren findet in Mitteleuropa in den Monaten Mai, Juni und Juli statt. Erdbeeren sind eine Ballaststoffquelle, liefern Vitamin C und Folsäure.

Quellen

https://www.arktisetaromit.fi/en/berries/ https://www.arcticbilberry.fi https://www.arcticlingonberry.fi Arctic Flavours Association (ed.): Healthy Forest Berries, 2016 https://www.arcticbilberry.fi/binary/file/-/fid/120 Inhaltsstoffe und Nährwerte von über 23.000 Lebensmitteln in der Lebensmittel-Datenbank DEBInet http://www.ernaehrung.de/lebensmittel/

Moltebeere

Moltebeere (Rubus chamaemorus; engl. Cloudberry) ist ein mehrjähriges Kraut, das in Mooren wächst. Ihr Hauptverbreitungsgebiet sind die nicht entwässerten Feuchtgebiete Nordfinnlands. Der Strauch ist 10 bis 25 cm hoch, die dunkelgrünen Blätter sind faltig und nierenförmig. Die Pflanze ist zweihäusig, d.h. die Staubblätter und die Stempel befinden sich in getrennten Einzelpflanzen. Die Blüte besteht aus fünf weißen feinen Blütenblättern, Blütezeit ist Juni. Die Frucht ändert während des Wachstums mehrmals ihre Farbe: anfangs ist sie zart grünlich-gelb, wird dann rot und reift zu einer bernsteinfarbenen, saftigen, geschmacksintensiven Beere heran. Die Erntezeit für Moltebeeren ist relativ kurz: von Ende Juli bis Anfang August. Moltebeeren haben einen sehr hohen Ballaststoffgehalt, sind eine reiche Vitamin C-Quelle und enthalten Vitamin E.